Eine Datenpanne könnte nach einem Bericht des ARD-Wirtschafts- und Verbrauchermagazins plusminus für zehntausende Krebspatienten teure Folgen haben: Sie könnten gezwungen sein, Teile ihrer Chemotherapien selbst bezahlen zu müssen. Der Vorsitzende des Gemeinsamen Bundesausschusses, Dr. Rainer Hess, räumte ein, dass Folinsäure als Bestandteil der ergänzenden Chemotherapie beim Dickdarmkrebs nicht in den veränderten Leistungskatalog aufgenommen wurde. Dem Gremium hätten bei der Festlegung der Kassenleistungen keine aktuellen Daten zur Verfügung gestanden. Der Gemeinsame Bundesausschuss ist das Gremium aus Ärzten und Kassenvertretern, das unter anderem darüber befindet, welche rezeptfreien, gleichwohl als Therapiestandard geltende Medikamente bei Schwersterkrankungen durch die Kassen bezahlt werden. Fälschlicherweise wurde die Folinsäure bei dieser speziellen Therapie als nicht zugelassenes Medikament klassifiziert. "Hätten wir das gewusst, dann hätten wir eine andere Entscheidung getroffen", so Hess weiter. Allerdings liegen plusminus auch Dokumente vor, nach denen der Gemeinsame Bundesausschuss auch eine entsprechende Richtigstellung der Arzneimittelhersteller nicht zur Kenntnis nahm. Gegenüber plusminus versicherte Hess, dass dieser Fehler schnellsten korrigiert werden solle. Dies sei aber erst durch Beschluss auf der nächsten Sitzung des Ausschusses am 1. Juli möglich. Ob die Korrektur auch rückwirkend gelten könne und damit alle möglicherweise bislang privat bezahlten Anteile der Chemotherapie den Betroffenen zurückgezahlt würden, konnte Hess nicht sagen. Die für diesen Bereich zuständige Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt wollte sich auf Anfrage gegenüber plusminus dazu nicht äußern.
Krebspatienten müssen wegen Datenpanne zahlen
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Irrtum bei der Klassifizierung
Rund eine halbe Million Menschen in Deutschland hat Hepatitis C und jedes Jahr kommen 6000 Neuinfektionen hinzu. Die hoch ansteckende Krankheit, die vor allem Drogenkonsumenten betrifft, sei damit längst zu einer stillen Epidemie geworden, warnen Experten anlässlich des 1. Internationalen Fachtag Hepatitis C (HCV) an diesem Montag in Berlin. "Wir müssen uns endlich mehr um dieses Thema kümmern", sagte Dirk Schäffer, Drogenreferent der Deutschen Aidshilfe, der dpa. 60 bis 90 Prozent aller Drogenabhängigen, die Spritzen nutzten, seien HCV-infiziert, den Aidserreger HIV hingegen hätten neun Prozent im Blut. dpaTagung: Fachleute warnen vor Hepatitis-Epidemie







Abt. Incroyable, mais vrai!
(swr) Die meisten der gängigen Kondome auf dem Markt enthalten Krebs erregende Stoffe, die beim Geschlechtsverkehr auf die Schleimhäute übergehen können. Das hat das Chemische und Veterinäruntersuchungsamt in Stuttgart nachgewiesen. Getestet wurden 32 Kondome aller bekannter Marken, 29 davon waren belastet. Die Kondome wurden in eine Lösung mit künstlichem Schweiß gelegt. Dabei lösten sich aus dem Gummi zum Teil große Mengen von Krebs erregenden Nitrosaminen. Gemessen wurden Werte, die weit über dem Grenzwert lagen, der für andere Gummiprodukte wie beispielsweise Schnuller gilt. Für Kondome selbst gibt es keinen Grenzwert. Deswegen wird vorerst auch keine Ware vom Markt genommen. (...) Bei der Herstellung von Gummi werden Chemikalien verwendet, aus denen Nitrosamine entstehen können. Laut Werner Altkofer, Institutsleiter des Chemischen und Veterinäruntersuchungsamte, gibt es teurere Ersatzstoffe auf dem Markt, die nicht diese schädlichen Stoffe bilden: "Nach unserer Ansicht sind vor allem die Hersteller gefordert, andere Produktionsverfahren einzusetzen, damit keine Nitrosamine in den Kondomen entstehen." Dass dies technisch möglich ist, zeigen die Produkte eines Herstellers, die im Test unbelastet waren.